Dr. Antje Vollmer

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Polis Europa

Eine Gesprächsreihe im National-Theater Weimar, 2006-2010

Im Zeitraum des deutsch-französischen Krieges 1870/71 verfaßte der Historiker Jacob Burckhardt seine berühmt gewordenen "Weltgeschichtlichen Betrachtungen". Ihre unverminderte Aktualität beruht auf der kategorischen Absage an jede optimistische Geschichtsphilosophie. Seine Analyse, daß an allen historischen Prozessen drei anthropologisch konstante "Potenzen" – Staat, Religion, Kultur – beteiligt sind, und nicht aus dem Gleichgewicht kommen dürfen, erwies sich als erstaunlich prophetisch. Sein Ideal war die Polis Athen.

"Es handelt sich nicht um eine phantastische Vorliebe, welche sich nach einem idealisierten alten Athen sehnt, sondern um eine Stätte, wo die Erkenntnis reichlicher strömt als sonst, um einen Schlüssel, der auch andere Türen öffnet, um eine Existenz, wo sich das Menschliche vielseitiger äußert."(Jacob Burckhardt).

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts liegen zwei Weltkriege und die katastrophalen Versuche hinter uns, den geschichtlichen Prozeß auf das Prinzip nationalstaatlicher oder ideologischer Dominanz zu reduzieren. Es gibt viele Gründe, in der heutigen globalisierten Welt nach neuen Gleichgewichten zwischen Staat, Kultur, Religion zu suchen und nachzudenken. Hat eine, an solchen Traditionen und Fragen orientierte Polis Europa überhaupt eine Chance? Welche Kraft und Kreativität haben Kultur und Religion überhaupt noch?

Wie müßte ein kosmopolitisch orientierter Staat aussehen?

Darüber sprechen der Schweizer Schriftsteller und frühere Präsident der Akademie der Künste Berlin, Adolf Muschg und Antje Vollmer, frühere Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, mit Prominenten und kompetenten Gästen.

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